Welche Werte vertritt eigentlich Donald?

Ich blicke aus dem verstaubten Fenster des knirschenden Busses und frage mich amüsiert, wie wohl ein Gespräche zwischen Platon und Trump aussehe. „Du Donald, nichts für Ungut, aber wegen Menschen deines Schlages bin ich gegen das Konzept der Demokratie. So etwas wie dich wollte ich schon immer vermeiden!

Ja, wir müssen bei der Kritik gegen Trump immer anmerken – der Kerl wurde gewählt. Vom Volk. Jeder wusste Bescheid. Der offene Rasissmus, die Ignoranz, die Mauer, das Einreiseverbot für Muslime. Trotzdem wurde er vom Volk zum Präsidenten gewählt. Nun sitzt er rechtmäißg in seinem Chefsessel und unterschreibt offiziell Dekrete, die er versprochen hatte zu unterschreiben. Umgeben von einem Kabinett des Grauens ist er der ideale Kandidat der kapitalistischen USA, regiert von der Finanzoligarchie. Christliche Werte sind Donald doch genauso gleichgültig wie sie für Bernd Höcke sind. Es geht doch schon längst nicht mehr um universelle Werte einer gemeinsamen Koexistenz, formuliert von einem humanistischen Vordenker. Es geht um ökonomische Werte: Eigennutzen, Kapital und Rendite. Die USA ist Europa immer mehrere Schritte voraus gewesen. Schon immer. Wirschaftlich, technologisch, politisch als auch gesellschaftlich. Was der USA blüht, das blüht auch uns! Strukturell und wertetechnisch sind wir „USA-orientiert“. Die zaghaften Versuche der Kanzlerin dem washingtoner Hitzkopf Einhalt zu gebieten, machen einen beschämenden Eindruck. Donald braucht Ansagen! Wie auch bei Kleinkindern ist es bei Trump pädagogisch wertvoll, einfache Anweisungen zu geben: „Donald, wenn du so weiter machst, dann spielst du heute Abend aber alleine, hörst du!

Und überhaupt: Warum schielen wir immer über den Atlantik? In Europa haben wir einen regelrechten Trump-Haufen. Beispiel gefällig? Unser reizendes Nachbarland – die Niederlande. Seit einigen Jahren treibt der islamophobe Demagoge Geert Wilders in den politischen Kreisen Europas sein Unwesen. Mit einer ähnlich-schlechten Frisur a la Trump, schwadroniert Wilders von Überfremdung und Islamisierung und gewinnt damit an Zuspruch – auch in Deutschland. Unsere AfD sucht kontinuierlich den Rückenschluss mit solchen Funktionären. Auch hier: Mit Erfolg. Sowohl die AfD, als auch Wilders gewinnen. Sie gewinnen an Wählerstimmen, sie gewinnen an Akzeptanz. Sowohl ihre verqueren Verschwörungstheorien als auch ihr hasserfülle Agenda werden mit kleinen, festen Schritten salonfähig.

Der Kapitalimus fordert nun eine Entscheidung. Heute mehr als gestern. Mehr als nur eine Entscheidung in der Wahlurne. „Teilen die Reichen in Deutschland mit den Ärmeren in Deutschland? Teilt das reiche Deutschland mit den Ärmeren in Europa? Teilt das reiche Europa mit den ärmeren Ländern der Welt? Oder schotten sich die Reichen jeweils ab?“ Die USA hat sich für die Abschottung entschieden. Und diese Idee gewinnt immer mehr Zuspruch – auch in Deutschland.2017-01-29-20-34-23

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