Hunger – Das Größte Lösbare Problem

Hunger – Das Größte Lösbare Problem

 Initium.

Die Erfahrung besagt, der Mensch kann drei Minuten ohne zu atmen, drei Tage ohne zu trinken und drei Wochen ohne zu essen, ausharren. Länger nicht. Dann beginnt der körperliche Verfall.

Bei Unterernährung kündigt sich der Verfall sehr viel früher an.

Phase 1

Der Körper verbraucht die Zucker und anschließend die Fettreserven des Körpers.

Phase 2

Lethargie und rapider Gewichtsverlust treten ein. Durchfälle beschleunigen die Auszehrung.

Phase 3

Das Immunsystem bricht zusammen. Mundparasiten und Infektionen der Atemwege verursachen schreckliche Schmerzen.

Phase 4

Der Raubbau der Muskeln beginnt. Der Mensch kann sich nicht mehr auf den Beinen halten. Wie ein Käfer rollt sich er sich auf dem Boden zusammen. Die Arme hängen kraftlos am Körper. Die Atmung nimmt ab. Ein schmerzhaft-langsamer Todeskampf beginnt.

Phase 5

Der Tod tritt ein.

Nach Schätzung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO/ Food Agriculture Organization) belief sich die Zahl der permanent schwerst unterernährten Menschen 2014 auf 805 Millionen! Einer von neun Menschen auf diesem Planeten leidet also dauerhaft unter Hunger.

Unterernährung ist der Hauptgrund für das Sterben auf unserem Planeten. Jährlich sterben mehr Menschen am Hunger als an AIDS, Tuberkulose und Malaria zusammen.

In nackten Zahlen ausgedrückt sind dies 18 Millionen Hungertode jedes Jahr – weltweit.

Nahrung liefert die Lebensenergie des Menschen. Die Einheit, in der diese Energie gemessen wird, ist die Kilokalorie.

Ein Erwachsener Mensch benötigt, je nach Klima indem er lebt, zwischen 2000 und 2700 Kilokalorien. Auf Grundlage dieser Schätzung, hat die WHO ein Existenzminimum von 2200 Kilokalorien für einen Erwachsenen festgesetzt. [1]

 „Die Weltwirtschaft könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren, das heißt ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“ – Jean Ziegler

 2009 hat der englische Fernsehsender BBC einen Dokumentarfilm, mit dem Titel „How Many People Can Live on Earth?“ ausgestrahlt. Darin hat Naturalist Sir David Attenborough mit einem Spezialistenteam festgestellt, dass die Ressourcen der Erde für eine Gesamtbevölkerung von 12 Milliarden Menschen ausreichen würden.

Doch gibt es hierbei einen entschiedenen Haken: Die Ressourcen der Erde würden nur dann für 12 Milliarden Menschen ausreichen, wenn jeder Mensch täglich so viel konsumieren würde wie ein Mensch aus Ruanda durchschnittlich konsumiert.

Würde jeder Mensch so viel essen, trinken und Rohstoffe verbrauchen wie ein Europäer, so würde die Erde mit all seinen Rohstoffen eine Gesamtbevölkerung von maximal 1,5 Milliarden Menschen versorgen können.

Gegenwärtig bewegt sich  die Anzahl Weltbevölkerung der 9 Milliarden Grenze zu.

In einer anderen Prognose der WPF wird voraus gesagt, dass bis zum Jahre 2050, aufgrund des Klimawandels und der dadurch ausfallenden Ernten, die Zahl der „Kinder in Armut“ um zusätzlich 24 Millionen ansteigt. [2]

Nüchtern betrachtet: Die Weltgemeinschaft durchlebt ein ernstzunehmendes Verteilungs- und Ressourcendesaster.

Der erste Schritt eine anhaltende Katastrophe dieses Ausmaßes zu bewältigen ist die beschämende Haltung -„So ist eben das Leben. Hunger gab es schon immer, da kann man nichts ändern“ – abzulegen, seine geistige Komfortzone zu verlassen und kreative Lösungen zu entwerfen.

Kreativität und Innovation ist die Schöpferkraft des Menschen Hindernisse – mit bis zu dem Zeitpunkt nicht vorhandenen  Lösungsansätzen – zu bekämpfen.

Es ist die Kunstfertigkeit des Menschen, Alternativen zu entwerfen und Wege zu konstruieren, welche komplexe Herausforderungen der Menschheit gemeistert werden können.

Vorstellungskraft und guter Wille reichen aber nicht aus. Es muss ein weiterer Schritt gegangen werden. Guter Wille muss in Tat und Vorstellungskraft in kreative Lösungen übergehen.

Vergiss hierbei nie: Du lebst in zwei Welten. Zum einen in der Welt, die auch ohne Dich existiert, die vor Dir war und nach Dir sein wird.

Die zweite Welt, die existiert, weil DU existierst. Deine eigene Welt. Deine Talente, deine Hoffnungen, deine Motivationen und dein Potenzial.

Nutze deine Welt um unsere Welt gerechter, ethischer, friedlicher und lebenswerter zu machen.

Sprenge die Grenzen, die dir andere setzen und plane in großen Dimensionen. Sei du derjenige, der mit seiner genialen Idee und seinem unermüdlichen Einsatz die Zahl der hungernden Menschen von 18 Millionen auf ein Minimum reduziert.

„Was wir können oder nicht können, was wir als möglich oder unmöglich ansehen, ist selten ein Ausdruck unserer Fähigkeiten. Es ist viel öfter eine Frage unserer Glaubensansätze über uns selbst.“ [3]

Conclusio.

Statistisch gesehen sind in deiner Lesezeit, begonnen bei „Initium“ und beendet bei „Conclusio“ 137 Menschen von „Phase 4“ zur „Phase 5“ übergegangen.

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[1] Jean Ziegler, „Wir Lassen Sie Verhungern- Die Massenvernichtung der dritten Welt“, S.25-29, BTB-Verlag, 2. Auflage
[2] Climate Change and Hunger: Respondig to the Chellenge,WFP, 2009
[3] Zitat von Tony Robbinson
Bild: http://polpix.sueddeutsche.com/polopoly_fs/1.1278647.1355428693!/httpImage/image.jpg_gen/derivatives/900×600/image.jpg

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