Karlsruhe. Fast intervallartig lese ich Schlagzeilen, die direkt oder indirekt mit der muslimischen Community in Verbindung stehen. Keine positiven. Diese beschränken sich nicht nur auf Deutschland. Sondern sind Weltweit.
Genauso oft höre ich die Stimmen der Muslime, wie sie wehleidig genau diese Situation bedauern.
Und tatsächlich fühlen sich viele Muslime in Deutschland und Europa nicht verstanden. Nicht angekommen. Nicht akzeptiert. Sogar diskriminiert.
Frauen mit Kopftuch sind aufgrund ihres äußerlichen Erscheinungsbildes öffentliche Zielscheiben. Ein Kopftuch führt dazu, dass Frauen ihren Beruf nicht ausüben dürfen, nicht eingestellt werden, trotz ausreichender Qualifikation. Dies führt wiederum zu Resignation. Einige Muslime wandern deshalb aus.
Interessanterweise, sind es Muslime, die hier aufgewachsen sind, hier studiert haben, einen hohen Bildungsgrad besitzen und sich ihr ganzes Leben lang -eben nicht- mit Vorurteilen und bösen Blicken abmühen wollen.
Sie wollen nicht ständig darum kämpfen, einen ruhigen Gebetsplatz zu bekommen, da sie ihre religiöse Pflicht (das rituelle Gebet), nicht unter einer Kellertreppe verrichten möchten.
Sie wollen nicht acht Mal so viele Bewerbungen schreiben, da sie einen „nicht-deutsch-klingenden Namen“ besitzen. Sie wollen nicht, dass sich eine Bürgerbewegung formiert, wenn ein islamisches Gotteshaus in Planung ist. Sie wollen sich nicht ständig für irgendwelche Terroranschläge, irgendwo auf der Welt rechtfertigen. Sie haben die einseitige Berichterstattung, die so häufig: „Der Islam ist rückständig!“, suggeriert, satt. Sie haben es satt von deutschen Spitzenpolitikern zu hören, der Islam gehöre nicht zu Europa. Diese Menschen haben es satt unter Generalverdacht zu stehen, nur weil sie ihre Religion ernst nehmen und praktizieren.
Um ehrlich zu sein, Ich auch!
Jedoch ziehe ich andere Konsequenzen. Ich wandere nicht aus! Ich krempele meine Ärmel hoch, schalte meinen Verstand ein und stelle mir die Frage: “Wie kann ich diese Situation hier verändern?“
Mit Sicherheit bin ich kein Malcolm X, Mahatma Gandhi oder Martin Luther King, doch auch „I have a dream!“
Mein Traum ist die friedliche Koexistenz aller Religionen, Kulturen und Völker weltweit. Deutschland als Vorbild in Sachen: Toleranz, Dialog und Annährung. Ein Modell für die gesamte Welt, quasi.
So fasse ich mir dieses Ziel und richte mein Leben danach aus.
Getreu nach dem Motto: „Think global, act local“, beginne ich die Veränderung bei mir selbst.
Für Entscheidungen und für das Handeln meines Ich’s spielen zwei Komponenten eine wesentliche Rolle. Herz und Verstand. Beides muss in Einklang gebracht werden.
Verstand ohne Herz bedeutet sture Rationalität. Herz ohne Verstand bedeutet unbewachte Emotionalität. Erst im Gleichgewicht, wenn die eine Institution des menschlichen Körpers, die anderen zu Recht weist, entsteht die Grundlage um Weisheit zu erlangen.
Ist erst einmal diese Grundlage geschaffen, sind Erfahrung, Wissen und Geduld die Samen, die nach einer (von Gott vorgegeben Zeit) aufblühen und sich zu Weisheit entfalten.
Wie der Schmied, das Eisen der Hitze aussetzt, um es zu formen, muss auch ich gut wählen, welcher Umgebung ich mich aussetze und vor allem wer mich in jungen Jahren formt.
Will ich wirklich Weisheit erlangen, um weise zu Handeln, muss ich mich von der Quelle der Weisheit formen lassen!
So ist eines klar: Wenn ich meine Vision erreichen will, ernsthaft daran interessiert bin etwas für diese Gemeinschaft zu leisten, ein Teil der friedlichen Koexistenz zu sein, sollte mein Schmied „Al-Hakiem“ (arab.: Der Allweise) sein!
Das Wort, des Al-Hakiem, auswendig zu lernen, tief darüber nach zudenken und es umzusetzen, dies sollte der erster Schritt sein!
Es sollte eine Umgebung sein, die mir genau diese Atmosphäre bietet. Eine Atmosphäre, die mein Charakter Reifen und mein Verstand schärfen lässt.

Genau aus diesem Grund möchte ich auch islamische Theologie studieren. Jedoch bezweifele ich auch vieles…
Es ist natürlich nicht alles so wundervoll wie man sich das denkt. Es liegt doch tatsächlich sehr am Lehrplan und an den Dozenten der Uni, auf der man studiert.