Das Massaker von Srebrenica

Srebrenica. Allzu oft habe ich von dieser Gegend gehört. Dieses Bild, worauf „Don´t forget Srebrenica!“ steht, hat sich in mein Gedächtnis gebrannt. Begriffe wie „Genozid und Kriegsverbrechen“ fallen in diesem Zusammenhang. Ich beschließe mich näher zu informieren.

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Srebrenica: Eine Stadt im Osten von Bosnien und Herzigowina, nahe der Grenze zu Serbien. Traurige Berühmtheit gewann Srebrenica während des Bosnienkriegs. Am 17. April 1992 (elf Tage nach Beginn des Bosnienkrieges) wurde Srebrenica erstmals von serbischen paramilitärischen Kräften angegriffen. Dabei kam es zu Enteignung, Plünderungen und Zerstörung. Kurz darauf gewannen die bosniakischen Verbände die Kontrolle zurück. Zur Vergeltung wurden mehrere serbische Dörfer in der Gegend niedergebrannt, woraufhin die meisten Serben Srebrenica verließen.

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Im Juli 1995 erfuhr die Stadt und die Lage der muslimischen Flüchtlinge internationale Aufmerksamkeit, als Serben unter der Führung des Generals Ratko Mladic die Stadt erobern und alle männlichen Muslime – innerhalb der niederländischen UN-Schutzzone – verschleppten und im Massaker von Srebrenica ermorden.

Mehr als 8000 Bosnische Männer wurden im Juli 1995 hingerichtet. Bis zum heutigen Zeitpunkt kann man die Anzahl der Opfer nur schätzen. Jährlich werden neue Massengräber gefunden und die Leichen an der Gedenkstätte in Srebrenica beigesetzt.

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Die Verantwortung der niederländische Blauhelm-Soldaten und die ihres Kommandanten Thomas Karremans, die passiv agierten und nicht entschieden handelten, um das Massaker zu verhindern, ist bis heute nicht ganz eindeutig geklärt.

Mit diesen Background-Informationen, mache ich mich mit drei bosnischen Begleitern auf den Weg nach Srebrenica.

Einer der Begleiter erzählt mir, dass er seinen Vater und älteren Bruder in Srebrenica verloren hätte. Er habe es (damals 15 Jahre alt) geschafft mit einer Gruppe nach Tuzla zu fliehen.

An der Denkstätte angekommen, wird mir die Dimension dieses Massakers deutlich. Auf einer riesigen Tafel stehen die Namen der Opfer in alphabetischer Reihenfolge. Die weißen Grabsteine reichen gut einen Kilometer weit.

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Mein Begleiter führt mich zum Grabstein seines Bruders. Eine Weile bleibe ich dort stehen, kehre in mich und versuche mir das Leiden dieser Menschen vorzustellen.

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Mir wird bewusst, dass Hass und Nationalismus, Menschen zu Unmenschen mutieren lässt. Die Abneigung gegen eine Volksgruppe oder religiösen Gruppe schaltet Verstand und Gewissen aus. Man begeht Unrecht und sieht sich im Recht. Man beginnt Kriminalität zu legitimieren. Man löst sich von jeglichen moralischen Grundprinzipien. So enstehen grausame Verbrechen, die wird als „Tiefpunkt des menschlichen Handels“ bezeichnen.

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